Überspannungsschutz

Blitzgefahr gebannt – dank richtigem Überspannungsschutz

Rund zwei Millionen Blitze entladen sich alljährlich über Deutschland. Auch wenn die meisten keinen Schaden anrichten, ist ein effektiver Überspannungsschutz enorm wichtig für jedes Gebäude. Denn nicht nur Blitzeinschläge können zu großen Schäden durch Überspannung führen, sondern auch fehlerhafte Regelungen der Energieversorger. Wie Sie sich schützen können, erfahren Sie hier.

Überspannungsschutz: Das Gesamtkonzept muss stimmen

Normalerweise liegt die Netzspannung im Haus-Stromnetz bei 230 Volt. Durch drei Möglichkeiten kann eine kurzzeitige Überspannung auftreten, die an empfindlichen elektrischen und elektronischen Geräten Schäden hervorrufen kann:

  • Blitzeinschlag. Besonders gefährlich, weil Teilblitzströme über das Stromversorgungsnetz in das Haus gelangen und dort erhebliche Schäden anrichten können.
  • Schalthandlungen der Stromversorger, zum Beispiel wenn der Stromversorger zwischen zwei Stromnetzen schaltet, wenn ein Kraftwerk zugeschaltet wird.
  • Eigene Schalthandlungen. Wenn in Ihrem Haus beispielsweise mehrere elektrische Geräte gleichzeitig eingeschaltet werden.

Am gefährlichsten ist der Blitzeinschlag. Ein Blitz setzt bei der Entladung eine elektromagnetische Welle frei, die sich rasend schnell in alle Richtungen ausdehnt. Deshalb können auch weiter entfernte Blitze elektrische Geräte im Haus beschädigen und sogar vollständig zerstören.

Ein normaler Blitzableiter allein bietet meist keinen ausreichenden Überspannungsschutz. Um Überspannungen zu erkennen und gefahrlos abzuleiten, ist ein stimmiges Schutzkonzept notwendig.

Drei Schutzstufen für die Gebäudesicherheit

Überspannungsschutzkonzepte orientieren sich an der Industrienorm DIN VDE 0110/IEC und setzen sich in der Regel aus drei Stufen zusammen:

  • In der ersten Stufe werden Blitzstromableiter ins Stromnetz eingesetzt, meist in den Hauptelektroverteilungsschrank des Gebäudes. Man spricht hier auch von der „Überspannungsschutzeinrichtung Typ 1“ (früher: Grobschutz). Sie leitet die Energie des Blitzes weitestgehend ab.
  • Für die verbleibende Überspannung ist der Typ 2 der Überspannungsschutzeinrichtung, früher Mittelschutz, zuständig. Dieser Überspannungsableiter befindet sich in den meisten mehrgeschossigen Gebäuden in den Etagenverteilern. Er reduziert die Überspannung nochmals erheblich. Die meisten Elektro-Geräte sind damit geschützt.
  • Für den Feinschutz besonders empfindlicher elektronischer Geräte wie Fernseher und Computer sorgt die Schutzeinrichtung Typ 3. Sie ist der Überspannungsschutz direkt an der Steckdose und an den Steckverbindungen. Die letzte Restspannung wird hier so weit reduziert, dass angeschlossene Geräte und Baugruppen keinen Schaden nehmen können.

Beim Kauf von Steckdosen Billigprodukte vermeiden

Im Handel ist auch eine Vielzahl an Überspannungs-Zwischensteckern erhältlich, die einfach in die Steckdose gesteckt werden und den Stecker des entsprechenden Elektrogerätes aufnehmen. Experten warnen davor, hier zu Billigprodukten zu greifen. Lassen Sie sich besser im Elektro-Fachhandel beraten, welche Geräte den erforderlichen Ansprüchen genügen. Sonst ist der Schaden blitzschnell größer, als Sie denken.

Tipps zur versicherungstechnischen Vorsorge vor Überspannungen:

  • Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag werden in der Regel von der Hausratversicherung übernommen. So zahlen die Versicherer zum Beispiel die Reparatur eines Fernsehers, dessen Empfang nach einem Blitz gestört ist oder sie lassen Ihre Geräte für den Internetzugang reparieren, wenn Ihr Computer keine Verbindung mehr zum selbigen aufbauen kann.


ACHTUNG:
Wenn der Stromversorger einen Schaltvorgang vornimmt oder eine nahegelegene Fabrik alle Maschinen auf Hochtouren laufen lässt, sind Ihre durch die Überspannung entstehenden Schäden NICHT versichert!

Bauer Elektrotechnik GmbH & Co. KGWittbräucker Straße 21344269 DortmundDeutschlandTelefon: +49-231-484762Telefax: +49-231-948012E-Mail: info(at)bauer.nrw